weinen

Weinen

Wie oft in meinem Leben habe ich Tränen weggewischt. Hab mir verboten zu weinen. Ich wollte keine Heulsuse sein. Ich wollte stark sein, wie die anderen. Wie oft habe ich als Kind – aber auch noch später als junge Frau, nachts heimlich in mein Kissen geweint. Und manchmal auch ganz laut, in der Hoffnung, dass mich jemand hört, mich in die Arme nimmt und tröstet.

Tränen sind der sichtbare Ausdruck des Schmerzes in uns. Tränen sind eine Botschaft, ein Hilferuf. Doch, was haben wir daraus gemacht?

Wir verstecken uns damit, wir halten sie zurück oder nutzen die Tränen, um etwas zu erreichen. Etwas, was ganz natürlich aus uns kommen sollte wurde im Laufe der Zeit unecht.

Wenn wir unsere Gefühle nicht ausdrücken, werden wir immer unglücklicher, da sich die Gefühle in uns aufstauen. Und ob wir wollen oder nicht, sie werden sich dennoch in unserem täglichen Leben einen Weg suchen.

Wenn wir so tun, als sei alles in bester Ordnung, obwohl es das nicht ist, müssen wir für eine emotionale Entlastung sorgen. Denn das Ignorieren unserer Gefühle führt zu einer allgemeinen Negativität, schwächt uns  körperlich und drängt uns psychisch in die Enge.

Wir sollten alle verstehen, dass an Gefühlen nichts falsch ist. Weinen kann uns helfen, über Dinge hinwegzukommen. Wir verarbeiten beim Weinen und fühlen uns im Anschluss oft besser. Wenn wir weinen, lassen wir die Dinge, die wir fühlen heraus und stellen uns ihnen.

Anstatt uns kalt zu machen, abzuschotten und wegzulaufen, fühlen wir den Schmerz und lass ihn da sein. Weinen ist somit ein nützlicher Teil des Lebens, der uns hilft, emotionalen Stress abzubauen.

Zudem haben emotionale Tränen einen besonderen Vorteil für unsere Gesundheit. Der Biochemiker und „Tränenexperte“ Dr. William Frey vom Ramsey Medical Center in Minneapolis entdeckte, dass Reflextränen zu 98 % aus Wasser bestehen, während emotionale Tränen auch Stresshormone enthalten, die durch das Weinen aus dem Körper ausgeschieden werden.

Andere Studien belegen, dass Weinen die Produktion von Endorphinen anregen. Endorphine sind das sogenannte körpereigene und natürliche Schmerzmittel – unsere „Wohlfühlhormone“.
Das bedeutet: Wenn wir weinen, fühlen wir uns besser, obwohl das Problem weiterhin besteht. Außerdem entgiften emotionale Tränen nicht nur den Körper, sondern heilen auch das Herz.
Also, weshalb entschuldigen wir uns noch, wenn Tränen kommen?

Nur, weil wir als Kinder erlebt haben, dass sich unsere Eltern geschämt haben, uns die Tränen weggewischt haben, uns ausgelacht haben oder erzählt haben, dass Tränen ein Zeichen von Schwäche sind?

Und das wollen wir ja nicht. Wir wollen stark sein. Doch wirklich um jeden Preis? Nein.

Was macht also einen starken Mann oder eine starke Frau aus?

Ich denke, es sind Menschen, die selbstbewusst genug sind, ihre Tränen und Gefühle zu zeigen. Das sind Menschen, die uns wirklich in der Tiefe beeindrucken.

Lassen wir alte und unwahre Vorstellungen vom Weinen los. Es ist gut, wenn wir weinen. Es ist wichtig, dass wir Gefühle zeigen. Es ist sogar gesund, dass wir weinen.

Machen wir uns weich und empfindsam. Stehen wir zu unseren Tränen. Sie sind ein wichtiges Instrument für unsere natürliche Entgiftung. Lassen wir uns berühren und halten wir nichts zurück. Gefühle sind wichtig, also sei stolz, wenn Du fühlst und Dich berühren lässt.

Deine Martina von Experience

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