still - tief - konfrontierend - extrem - achtsam

still – tief – konfrontierend –
extrem – achtsam

Worum geht es in einem  Experience Enlightenment?

Bevor wir uns damit beschäftigen, was ein Experience Enlightenment ist und wie es abläuft, müssen wir uns zunächst mit der Frage: “Wer bin ich?“ beschäftigen. Das klingt vielleicht im ersten Moment etwas seltsam. “Ich bin Ich!“ würden die meisten antworten, dabei auf ihren Namen verweisen und vielleicht sogar ihren Ausweis zücken, um das Ganze noch zu bekräftigen. Aber wer ist dieses “Ich“ – und warum ist dieses “Ich“ ständig anders? An einem Tag stehen wir gutgelaunt aus dem Bett, alles ist Bestens und wir strotzen vor Selbstbewusstsein – am nächsten Tag fühlen wir uns leer, kraftlos und voller Selbstzweifel. Oft braucht es lediglich ein Wort oder einen Blick eines speziellen Menschen, um uns völlig aus der Bahn zu werfen und in den tiefsten Keller abstürzen zu lassen. Noch chaotischer wird es, wenn wir vor einer Entscheidung stehen. Der eine Teil von uns will in die eine Richtung, der andere in die andere Richtung. Da ist zum Beispiel der Abenteurer, der die Herausforderung sucht und am liebsten sofort loslegen möchte. Dann gibt es aber noch den ängstlichen, vorsichtigen Teil, der auf Sicherheit bedacht ist und lieber abwarten will. Welche zwei Teile stehen sich da gegenüber und welcher von beiden sind wir nun – welcher ist das “Ich“?

Die Wahrheit ist, dass wir uns in jeder Sekunde unseres Seins mit einem Aspekt von uns identifizieren, den wir in dem Moment mit einem stabilen Empfinden von “Das bin ich“ verbinden. Oft genießen wir es, einen Aspekt von uns auszuleben und wir lieben es, in diesen Momenten “Ich“ zu sein – das geschieht, wenn wir in Rollen aufgehen, wie: die Kreative, der Gebildete, die Kompetente, der Macher, die Hilfsbereite, der Charmante, die Selbstsichere, der erfahrene Coach, die emphatische Zuhörerin, der umsichtige Helfer, die Frau vom Bürgermeister, der Abteilungsleiter, die liebevolle Mutter oder der treusorgender Ehemann.

 

Es gibt aber auch Aspekte, die sich immer wieder zeigen, mit denen wir überhaupt nicht einverstanden sind – das passiert, wenn wir in Rollen hineingehen, wie: der Dominante, die Dumme, der Ungeliebte, die Zickige, der Rechthaber, die Vulgäre, der Unterwürfige, die Unsichere, der JA-Sager, die Zaghafte, der Choleriker, der Angsthase, das trotzige Kleinkind, der Angeber, die Mitläuferin, Drama-Queen, Weichei oder die, die Prüfungsangst hat. Wenn wir uns in diesen Rollen verlieren, hassen wir uns und können es in diesen Momenten nicht ertragen “Ich“ zu sein.

 

Wenn wir genau hinsehen, springen wir im Alltag in einem fort von einer Rolle in die nächste. Jede dieser Rollen, haben wir uns in einer Phase unseres Lebens zugelegt und über die Zeit manifestiert, sodass sie zu einem festen Bestandteil unserer Persönlichkeit geworden ist. Der Schweizer Psychologe C. G. Jung schrieb über Persönlichkeit: Was wir als Persönlichkeit bezeichnen, ist nur eine Maske, die Individualität vortäuscht, während es doch nur eine gespielte Rolle ist, in der die Kollektivpsyche spricht. Die Eigenschaften der Persönlichkeit werden daher hauptsächlich durch Anpassung bzw. Übernahme gesellschaftlich (oder subkulturell) erwünschter Vorstellungen erworben. Anpassung aber erfolgt häufig zu Lasten der Individualität. Die Persona ist eine Art “Kleidung“ des Ichs, welche sowohl der dahinter verborgenen Individualität einen Schutz bietet als auch eine Ausgangsbasis für normale Kommunikation bietet.

 

Im Alltag kann das vielleicht so aussehen:

Wir sind gerade in der Rolle der “Kompetenten“, die selbstbewusst und erfahren agiert und etwas vorträgt – dann kommen ein paar abwertende Kommentare und sofort sind wir in der Rolle “Verletztes, bloßgestelltes Kind“ – danach geht es gleich in die Rolle “Haltung bewahren – keine Gefühle zeigen“ – worauf ansatzlos die Rolle “Wut und Entrüstung – das lasse ich mir nicht gefallen!“ folgt, in der wir mit einem verletzenden Kommentar in Richtung des Kritikers reagieren. Danach kommt vielleicht die Rolle “Ich bin nicht richtig (alle sehen mich mit aufgerissenen Augen an, das war zu heftig)“, die kaum auszuhalten ist, deshalb springen wir sofort in die Rolle “Mamas Liebling“, die wir beherrschen, wie keine andere und mit der wir lächelnd die Wogen wieder glätten. Und so geht es endlos weiter. Das sind alles Rollen, die wir uns aus den verschiedensten Gründen zugelegt haben und die zuverlässig funktionieren. Aber was davon bin “Ich“?

 

Viele dieser Rollen sind einfach Strategien, die uns dabei dienen, ohne viel nachzudenken unseren Alltag zu bewältigen und sind im Grunde genommen harmlos und können am besten mit Unbewusstheit oder verschenkter Lebenszeit beschrieben werden. Wie oft sitzen wir im Auto und fahren eine Strecke, ohne bewusst etwas von der Fahrt mitzubekommen oder spulen in Mitarbeiter- Besprechungen einfach nur unser Programm ab – wie auf Autopilot?

 

Es gibt aber ein paar Rollen, in die wir ab und an eintauchen und wie unter Hypnose, bestimmte Haltungen einnehmen und ausagieren. Und obwohl wir damit hadern, erwischen sie uns immer wieder. Das sind die Rollen, auf die wir im Rahmen des Experience Enlightenment besonders achten. Sie bestimmen unser Leben maßgeblich. Jedoch nicht so, wie wir uns das wünschen.

 

Selbst wenn wir erkennen können, dass uns diese alten Rollen – oder Persönlichkeitsstrukturen – im aktuellen Leben hinderlich sind und uns hemmen, fällt es uns sehr schwer sie loszulassen, da sie uns trotz alledem ein unglaublich sicheres Gefühl von Existenz geben. Versuchen wir sie mit Gewalt loszulassen, werden wir sehr schnell mit unseren Urängsten konfrontiert.  Wer werden wir sein, wenn wir die vertraute Lebensweise und damit auch das gewohnte Bild von uns aufgeben? Um den Schritt weiterzugehen, braucht es die Entschlossenheit, die Barrieren des Egos zu durchbrechen und der Wahrheit ins Auge zu sehen, ganz egal wie sie auch aussehen mag. Dabei gilt es, all den Schmerz, die Angst, die alten Gewohnheiten, Muster und Reaktionen dasein zu lassen und anzusehen. Wobei es nicht allein damit getan ist, anzuerkennen, was gerade da ist. Wir müssen eine Beziehung damit herstellen, unser Herz der Situation öffnen, in der wir uns befinden – sie fühlen, ihr ins Gesicht blicken und uns berühren lassen. 

 

Denn verborgen in jeder noch so schmerzhaften Wunde finden wir immer einen besonderen Segen. Wenn wir versuchen unsere Persönlichkeitsmuster zu bekämpfen oder uns wegen ihnen Vorwürfe machen, können wir keinen Zugang bekommen zum Geschenk, das in ihnen enthalten ist und wir bleiben leer und unerfüllt. Gerade die Dinge, mit denen wir am meisten kämpfen, und die uns am meisten herausfordern, können ein wichtiges Sprungbrett auf unserem Weg sein. Was auch immer unmöglich zu sein scheint in unserem Leben, wenn wir darauf zugehen, es sehen, fühlen und uns dafür öffnen, wird es zu unserem Weg – einem Weg, in dem sich offenbart, wer wir wirklich sind. 

 

Das Experience Enlightenment setzt genau an diesem Punkt an. Es ist ein Retreat mit dem einzigen Ziel, Dich dabei zu unterstützen, Antworten zu finden auf die Fragen: Wer bin ich, hinter all den Rollen und Vorstellungen? Was von alldem, was mich ausmacht ist echt? Was will ich wirklich im Leben und was brauche ich, um glücklich zu sein?

 

Das Ziel sind jedoch keine Antworten in Form von Worten oder Ideen, sondern eine direkte Erfahrung dessen, wer Du wirklich bist, der Essenz Deines Wesens. Es ist, als ob Du nach vielen Jahren nach Hause kommst und jenseits Deiner sozialen Persönlichkeit, die Dich in Einsamkeit, Leere und Schmerz gefangen hält, zu Deinem wahren Selbst erwachst und Dich wieder in Ganzheit, Leichtigkeit und Frieden bewusst erlebst.

Erleuchtung  die Essenz  Deines wahren Wesens

Im ersten Moment klingt es ziemlich weit hergeholt, auf einem kurzen Retreat Erleuchtung zu finden. Dies liegt jedoch hauptsächlich daran, dass das Wort “Erleuchtung“ bei den meisten mit bestimmten Vorstellungen belegt ist. Für viele bezieht sich Erleuchtung auf nichts Geringeres als den endgültigen, dauerhaften Zustand absoluter Freiheit und Vollkommenheit eines Buddhas, für andere kann es Bilder von Heiligen oder Gurus mit übernatürlichen Kräften heraufbeschwören.

 

In Wahrheit ist es sehr viel einfacher. Erleuchtung heißt wörtlich: das Licht des Bewusstseins in etwas hineinbringen. Erleuchtung erfährt man, wenn das Bewußtsein in unmittelbaren Kontakt mit der Wahrheit kommt, mit ihr eins wird. Das Wichtige dabei ist: un-mittel-bar – ohne Umwege oder Hilfsmittel der Sinne oder des Intellekts.

Normalerweise erleben wir uns, das Leben und andere durch Sehen, Denken, Glauben, Urteilen oder Fühlen. Dies sind indirekte Erlebnisweisen und doch glauben wir, dies sei die einzige Möglichkeit von Erfahrung. Wahrheit existiert jedoch unabhängig von unserer Wahrnehmung. Erleuchtung ist ein unmittelbares, direktes Erfahren dieser Wahrheit. Im Falle der Selbstfindung heißt das, daß wir direkten, unmittelbaren Kontakt mit der Wahrheit des eigenen Seins haben – wir berühren die Essenz unseres wahren Wesens.

 

Viel weniger bekannt, aber auf der ganzen Welt viel häufiger, ist eine Erfahrung, die als “Direkte Erfahrung“ bekannt ist. Dies ist eine Art momentanes inneres Erwachen zur ultimativen Wahrheit. Es beinhaltet einen einfachen, aber radikalen Bewusstseinswandel, eine Erfahrung, die sich weit von normalen Wahrnehmungen, Gedanken und Emotionen unterscheidet. Es ist ein zeitloser Moment, in dem du plötzlich, spontan, zur absoluten Essenz des Selbst oder des Lebens oder der Realität erwachst.

 

Erleuchtung ist nicht irgendein ideales Ziel, kein perfekter Geisteszustand oder spiritueller Bereich irgendwo in schwindelnder Höhe, sondern eine Reise, die hier auf der Erde stattfindet. Sie ist der Prozess, der darin besteht, dass wir zu allem aufwachen, was wir sind und eine vollständige Beziehung damit eingehen.

Erleuchtet...

So, wie Du morgens beim Erwachen erkennst, daß Du geträumt hast, so erkennst  Du nach einer direkten Erfahrung, daß Dein bisheriges Alltagsleben auch nur ein Traum war. Du erwachst auf einer anderen Ebene, in einem anderen Bewußtsein. Dir sind Zusammenhänge offensichtlich, Du nimmst sie war und wunderst Dich, daß Du sie vorher nicht gesehen hast, wo sie doch so offensichtlich sind.

 

Nach einer direkten Erfahrung erkennst Du, daß die Schwierigkeiten und Sorgen des Alltags weit entfernt von dem sind, was sie in Wirklichkeit sind. Du bist nicht mehr gefangen in Deinen Problemen. Du findest mit einmal Lösungen und Möglichkeiten, an die Du bisher noch nicht gedacht hast. Wenn Du erfahren hast, wer Du wirklich bist, dann wirst Du frei für Beziehungen auf Basis von Wahrheit und Erfüllung. Und nur wenn Du weißt, wer Du wirklich bist, kannst Du wissen, wie Du leben solltest, um glücklich zu sein.

Jeff Love beschreibt es folgendermaßen:

Menschen, die erfahren haben, wer sie wirklich sind, sprechen aus ihrem innersten Wesen heraus. Sie identifizieren sich nicht mehr mit irgendeiner Rolle als Vater, Mutter oder Kind oder mit einem Beruf, wie Taxifahrer oder Mauer und auch nicht mit ihren Gedanken, ihren Gefühlen oder ihren Körper. Sie setzen ihr normales Leben fort aber mit dem bleibenden Wissen, mehr zu sein, als ihr Körper, ihre Gefühle oder ihr Standpunkt. Ein erleuchteter Mensch ist fähiger als andere, sein Leben zu meistern. Er denkt, fühlt und handelt aus sich heraus und macht sich mehr und mehr frei von den Ketten der Umständen. Er gewinnt ein tiefes Wertegefühl. Er beginnt zu sehen, daß das Leben auf eine erfüllendere und lebendigere Art gelebt werden kann, als er es sich jemals hätte träumen lassen.

Wie gelingt es, unsere  Essenz  zu berühren?

Die Technik, mit der gearbeitet wird, nennt sich Dyadenarbeit und ist eine Verbindung von Kontemplation und Kommunikation. Dabei arbeitest Du mit Partnern in einer strukturierten Kommunikation an der Frage “Wer bin ich?“ Diese uralte Frage der Menschheit wird mit dem Prinzip des In Kontakt-Seins verbunden. Wir nehmen die Frage “Wer bin ich?“ – zwei Personen setzen sich gegenüber und versuchen abwechselnd, sich für die Wahrheit zu öffnen. Wenn wir uns aufrichtig für die Wahrheit und füreinander öffnen, wird eine Situation entstehen, in der sich diese direkte, absolute Erfahrung unserer eigenen wahren Natur spontan ereignen kann. Es gibt allerdings keine Garantie, dass eine solche Erfahrung wirklich eintritt. Eine direkte Erfahrung ist nicht machbar – sie ist eine Gnade, ein Geschenk.

Wenn Du Dich in dieser bewertungsfreien Umgebung für die Wahrheit öffnest, dann tauchen verborgene Anteile Deiner Persönlichkeit auf. Über Tage hinweg leerst Du Deinen Geist und wirst dabei viele Dinge finden, die Du nicht bist. Du erfährst dabei eine tiefe Klärung und Reinigung Deines gesamten Wesens. Das ist ein tiefer und heilsamer Prozess, der Dein gesamtes Leben verbessern und bereichern wird. Du erlebst Dich bewusst in der Gegenwart – im Hier und Jetzt. Es ist diese Kombination aus ständiger Kontemplation und doch Kontakt mit anderen, die für die Geschwindigkeit und Intensität des Prozesses verantwortlich ist. Der daraus resultierende außergewöhnliche Zustand der Offenheit, ermöglicht es, in relativ kurzer Zeit sehr tiefe Erfahrungen zu machen. Veränderungen folgen anschließend ganz natürlich und aufgrund dieses Reinigungsprozesses. Gerade die direkte Beziehung zu anderen Menschen macht diese Arbeit so einzigartig. 

 

In einem alten yogischen Text steht: “Es ist denen am nächsten, deren Verlangen danach äußerst stark ist.“ Bist Du bereit, alle Ideen, die Du über Dich hast, loszulassen und Dich wirklich der Frage “Wer bin ich?“ zu stellen? Bist Du bereit, die Wahrheit anzunehmen, wie immer sie auch sein mag? Vielleicht ist die Wahrheit nicht angenehm. Bist Du bereit, auch das zu erfahren? Dein Ego wird leiden, denn es will Dich stets im besten Licht erscheinen lassen. 

Die  Barriere  des Egos

Das Ego, über das wir uns in jeder Sekunde unseres alltäglichen Lebens identifizieren, kann an der absoluten Wahrheit nicht teilhaben, weil es viel zu sehr in die sinnlichen Wahrnehmungsprozesse verstrickt ist. Die Wahrheit Deines Selbst ist nicht das Ego. Deshalb gerät das Ego in Panik, wenn Du Dich der Wahrheit näherst und veranlasst den Körper, die Emotion und den Geist zu reagieren und von der Suche abzulenken. Wenn Du Dich im Elnightenment der Frage „Wer bin ich?“ stellst, wird Dein Ego alles tun, um Dich von der weiteren Beschäftigung mit diesem Thema abzulenken. Deshalb ist es wichtig, dass Du bereit bist, alle vorgefassten Bilder und Meinungen über Dich, positive wie negative, fallenzulassen, Dich zu öffnen und anzunehmen, was ist. Das ist der Weg zur Wahrheit.

Damit die Suche nach Wahrheit Erfolg haben kann, schaffen wir zunächst einen Raum, in dem Du Dich ausschließlich der Suche nach Wahrheit widmen kannst. Du trittst für ein paar Tage vollkommen heraus aus Deinem gewohnten Alltag, ziehst Dich unter klosterähnlichen Bedingungen zurück und beschäftigst Dich ausschließlich mit der Suche nach Wahrheit.

Die Basis des Experience Enlightenement ist die Arbeit  Charles Berners

Charles Berner (geb. 1929, gest. 2007) hatte in den 60er Jahren Prozesse zur persönlichen Weiterentwicklung geschaffen. Dabei stellte er fest, dass sich bei einigen seiner Klienten, keine großen Fortschritte einstellten, weil sie sich so stark mit ihren falschen Bildern, Vorstellungen oder Persönlichkeitsaspekten identifizierten und sich ihres wahren inneren Wesens nicht bewusst waren. Menschen, die schnelle Fortschritte machten, wussten, wer sie waren. Diejenigen, die dachten, sie seien der Verstand oder eine Persönlichkeit oder ein Körper, entwickelten sich sehr langsam. Also begann er sich zu fragen, wie er diesen Menschen helfen konnte.

 

Traditionelle Techniken zum Erleben von Selbstverwirklichung, wie die Selbsterforschung mit der Frage „Wer bin ich?“ – wie sie Ramana Maharshi lehrte – waren ihm zu langsam und zu mühsam. Er suchte nach Möglichkeiten, diesen Prozess zu beschleunigen.

Die Inspiration zu den Enlightenment Intensives kam Berner an einem Nachmittag im Jahr 1968 ganz plötzlich. Warum nehmen wir nicht die uralte kontemplative Frage “Wer bin ich?“ und kombinieren sie mit Kommunikationstechniken im Dyadenformat? Er fügte noch Abläufe des Zen-Sesshins hinzu – und so entstanden seine „Enlightenment Intensives“.

 

Berner sagt selbst dazu: “Ich dachte nur, wie wir den Menschen helfen können, diesen Prozess der Selbstentfaltung zu beschleunigen? Während ich lange Zeit mit Zazen-Techniken und den yogischen Reflexionsansätzen vertraut war, wusste ich, wie lange sie dauerten, und ich war etwas entmutigt von der Aussicht, dass Menschen Jahre damit verbringen, an den Ort zu gelangen. Den Ort, an dem sie aufwachen und erkennen, wer sie sind.

 

Berner fuhr darauf hin mit 26 seiner Studenten in die Wüste Californiens, um die Enlightenment Technik auszuprobieren.  Später sagte er: „Alles, was ich hatte, war eine Idee davon, was ein Enlightenment Intensive sein würde.“ Alle standen frühmorgens auf und begannen mit der Enlightenment – Technik. Ab dem zweiten Tag begannen die Teilnehmer, zu Berners Erstaunen, direkte Erfahrungen der Wahrheit zu machen. Er hatte erwartet, dass es viel länger dauern würde, bis sich so etwas ereignen würde.

 

Nach diesem ersten Erfolg, leitete er in den nächsten Jahren dutzende von Enlightenment Intensives und verfeinerte nach und nach das Format, die Regeln und die Technik. Ab 1974  verbreiteten sich die Seminare von den USA über die ganze Welt. 

 

Der Hauptunterschied der Enlightenment Technik zu anderen Ansätzen, ist eine ganz bestimmte Sicht auf den Menschen. Der Mensch wird nicht gleichgesetzt mit seiner Persönlichkeitsstruktur, auch nicht mit seinen Verhaltensmustern oder seinen Problemen. Das sind lediglich Dinge, die in ihm ablaufen, mehr nicht. Laut Charles Berner kann man alle inneren Verstrickungen und Identifikationen einzig durch die Kommunikation, die im richtigen Rahmen erfolgt, klären und lösen. All die Rollen und Verhaltensmuster, über die wir uns normalerweise identifizieren, gehen zur Seite, wenn wir uns ihnen in diesem speziellen Setting der Dyadenarbeit stellen. Dadurch kann das an die Oberfläche kommen, was wir hinter all diesen falschen Bildern wirklich sind.

Ablauf  der drei Tage

1. Tag
Ankommen und Einchecken von 17 bis 18 Uhr.
 
Gemeinsames Abendessen um 18 Uhr.
 
Am Abend des ersten Tages bekommst Du eine Einführung in die Dyaden Technik und erfährst alles, was Du für Dein Enlightenment wissen solltest. Wir besprechen den genauen Ablauf, die Arbeits-Einheiten, die Ruhezeiten, die Mahlzeiten, die Regeln und alles Wichtige für das gemeinsame Miteinander.
2. bis 4. Tag

Du wirst von uns zeitig am Morgen geweckt. Es wird eine kurze Zeit für die Morgenhygiene geben, danach treffen wir uns zu den ersten Dyaden. Der Tag ist gefüllt mit Dyaden, Meditationen, Körperarbeit, Musik, Essenszeiten. Es gibt für diese Tage einen festen Stundenplan, so kannst Du Dich völlig einlassen und wirst keine Idee mehr haben von Raum und Zeit. Keine Uhr. Kein Handy. Keine Ablenkung. Du wirst herausgefordert und konfrontiert mit Dir selbst. Alle Übungen und jedes Tun in diesen Tagen dienen dazu, Dich zu erfahren und Dich zu befreien!

 

Verabschieden und Abreise am 4.Tag um 17 Uhr

“Wenn wir erwachen, entdecken wir, dass wir nicht begrenzt sind durch die Vorstellung, wer wir sind. All die Geschichten, die wir uns erzählen – die Urteile über uns, die Probleme, die Identifikation mit dem kleinen Selbst und all die Ängste – können sich in einem Moment auflösen und ein zeitloser Raum von Gnade und Freiheit kann sich für uns öffnen.“

 

Jack Kornfield